Elektrofolter Petra Mich durchfuhr ein Schreck. Zwar hatte
ich erwartet, mich meiner Kleider entledigen zu müssen, doch
die Aufforderung kam dermaßen unerwartet und gefühllos, dass
sie mich entsetzte. So war ich für einen Augenblick aus der
Fassung gebracht und sah den Mann fragend an. Der betrachtete
mich herausfordernd und amüsierte sich.
"Na, Lockenköpfchen, hast du den Mut verloren?"
Ich fasste mir ein Herz.
"Nein, wieso? Ich brauche nur etwas, wo ich meine Sachen
ablegen kann. Oder wollen sie von mir verlangen, dass ich sie
auf den Fußboden werfe?"
Er lachte.
"Oh, du musst entschuldigen, ich bin kein Gentleman. Leg‘
sie dort auf den Stuhl neben dir."
Für einen Augenblick zögerte ich, doch dann gab ich mir einen
Ruck. Mich der Jacke zu entledigen, fiel mir noch leicht, als
ich jedoch die Knöpfe der Bluse öffnete, wurde mir schon
mulmig. Es war nicht, dass ich mich unbedingt genierte, vielmehr
fühlte ich mit jedem Kleidungsstück, das ich ablegte, auch
eine Art Schutzhülle von mir fallen. Bei meiner Jeans begann
ich erneut zu zögern.
"Könnte ich meine Unterwäsche vorerst noch
anbehalten?"
Schelmisch zwinkerte er mit dem Auge... * Urlaub
in Südamerika Benedikt In
der Zelle kroch Jenny in eine Ecke. Sie zitterte am ganzen Leibe
und weinte. Nach der qualvollen Anspannung brachen nun die Gefühle
heraus. Wimmernd verlor die junge Frau sich in einem Halbschlaf,
der sie mit einem wirren Durcheinander von Traumbildern
peinigte. Gute fünf Stunden hatte Jenny in diesem Dämmerzustand
verbracht, als die Tür zu ihrer Zelle mit einem lauten Krachen
geöffnet wurde. Raul und Carlo kamen auf sie zu.
"Keine Müdigkeit vorschützen, du hast dich jetzt genug
erholen. Außerdem gibt es Neuigkeiten und die wollen wir dir
nicht vorenthalten."
Jenny wehrte sich nicht, als die beiden Männer sie packten und
mit sich nahmen. Der Weg führte sie wieder in den hell
beleuchteten Verhörraum. Noch nicht ganz bei sich, bemerkte sie
Patricia, die auf einem Stuhl saß... |